Eine Leipziger Band mit Heimvorteil vor der Göltzschtalbrücke

Im Falle von Pub’n’Steel, den Gewinnern des ersten „Rock für ein buntes Vogtland“-Bandwettbewerb, kann man durchaus davon sprechen. Denn: Drei Viertel des Punk-Quartetts haben ihre Wurzeln im Vogtland.  

Geprobt wird wiederum in Leipzig, in einem alten Gießerei-Gebäude im Stadtteil Großzschocher. Bevor jedoch an diesem Abend wieder in die Saiten gegriffen und an neuen Songs gearbeitet wird, nehmen sich die vier Musiker Zeit, sich allesamt kurz vorzustellen und einige Fragen zu beantworten.

Name: Markus Höppner                                       Alter: 25                                                   Heimatort: Wildetaube                                          Beruf: Studium Musikwissenschaften                     Instrumente: Gitarre, Mandoline, Gesang           Rolle bei Pub’n’Steel:: Oh, eine Selbst- einschätzung…In gewisser Art und Weise bin ich der Kopf des Ganzen. Ich denke oft und lange über die Band nach und schreibe auch den Großteil von dem Quatsch, den wir spielen. 

Name: Tina Schmalfuß                                       Alter: 23                                                   Heimatort: Hohenleuben                                  Beruf: Studium Anglistik                                         Instrument: Bass                                             Rolle bei Pub’n’Steel: Ich bin für das gute Aussehen der Band verantwortlich. Außerdem ist es meine Aufgabe, die Jungs zu bremsen, wenn sie mal wieder zuviel quatschen.  

Name: Tim Rostalski                                           Alter: 18                                                   Heimatort: Leipzig                                           Beruf: Angehender Abiturient                                   Instrument: Schlagzeug                                        Rolle bei Pub’n’Steel: Ich bin der Trommler. 

 

Name: Martin Güther                                           Alter: 30                                                   Heimatort: Hohenleuben                                  Beruf: Lebenskünstler                                         Instrumente: Gesang, Gitarre                           Rolle bei Pub’n’Steel: Ich bin das Rampentier, dass auf der Bühne auch die anderen Bandmitglieder anstachelt.

 

Jetzt, nachdem einige Wochen ins Land gegangen sind, was ist vom „Rock für ein buntes Vogtland“-Bandcontest in Erinnerung geblieben? 

Markus: Der Contest wird mir als einer der entspanntesten in Erinnerung bleiben, den wir je gespielt haben. Es gab keinen Konkurrenzkampf unter den Bands, im Gegenteil wir haben sogar neue Freundschaften geschlossen.

Tina: Ich spiel eigentlich ungern Bandwettbewerbe, aber hier hat es Spaß gemacht, da die Leute super drauf und die Bands allesamt sehr nett waren.

Tim: Der ganze Abend war sehr aufregend für mich. Schön war, dass die Gäste nicht nur bei ihrer Band vor der Bühne standen, sondern eigentlich alle Gruppen abgefeiert haben.

Martin: Das Konzert ging richtig gut ab, das waren tolle 20 Minuten. Auch das Drumherum war sehr angenehm, frei von den Contest-typischen Zickereien.

Nun spielt ihr am 12. Juni als Eröffnungsband bei „Rock für ein buntes Vogtland“. Ist das eher ein  Vor- oder Nachteil?

Markus: Irgendeiner muss ja anfangen, und bei so einer großen Sache freuen wir uns, dass wir derjenige sind.

Tina: Natürlich ist es auch schön, später zu spielen, aber ich bin tierisch froh, dass wir überhaupt diese Chance haben.

Tim: Es ist egal wann wir spielen, Hauptsache wir spielen. Unsere Leute werden schon für die richtige Partystimmung sorgen.

Martin: Es ist immer so, dass der Opener dafür zuständig ist, die Leute vor die Bühne zu ziehen. Da soll uns einfach ein zusätzlicher Ansporn für eine gute Show sein. 

Welche Bedeutung hat das Motto „Rock für ein buntes Vogtland“ für euch?

Markus: Da das Vogtland zu drei Vierteln ja Bandheimat ist, eine ganz besondere. Gerade in den ländlichen Regionen hier gibt es dieses braune Problem. Ich finde es gut, dass die Leute dafür mobil gemacht werden und auf friedliche Weise ein Zeichen setzen.

Tina: Es nervt, dass es in unserer Heimat so viele Nazis gibt. Wir mussten deswegen sogar schon Gigs absagen. Daher ist es gut, dass hier gezeigt wird, dass es viel mehr Leute gibt, die für Toleranz und Farbenvielfalt sind.

Tim: Zunächst finde ich das Motto lustig, und darum geht es ja schließlich auch. Zum anderen: Bunt, außer braun – Da bin ich dabei.

Martin: Ich bin immer für bunt, je bunter desto besser. Speziell wenn es, wie hier, um meine Heimat geht. Da fällt mir außerdem der Songtitel „Bunte Republik Deutschland“ von Udo Lindenberg ein. 

Apropos, welches Liedzitat fällt euch spontan zu diesem Anlass ein?

Markus: „Ich hau nicht, nicht einfach ab“ aus unserem Song „Rittlings auf dem Ohrensessel“.

Tina: „Und du redest, und du redest, doch leider redest du nur mit. Denn für ne richtig eigne Meinung fehlt dir einfach was im Schritt“, ebenfalls von uns, aus dem Lied „Der Tanz auf dem Samowar“.

Tim: Und noch mal wir: „Die Schatten, die dir folgen, sind bunt bemalt und grau.“ Das Lied heißt „H.O.P.E.S.“

Martin: „Wir haben nichts zu verlieren, außer unserer Angst. Es ist unsere Zukunft, unser Land.“ Das Lied „Der Traum ist aus“ von Ton Steine Scherben werden wir auch an der Göltzschtalbrücke spielen. 

Worauf freut ihr euch am meisten?

Markus: Auf die große Bühne mit professioneller Technik, auf viele tolerante Leute und die anderen Bands.

Tina: Ich freu mich auf den ganzen Abend. Besonders natürlich auf unseren eigenen Gig, aber auch auf die anderen Gruppen.

Tim: Auf die Location, das Flair, die große Brücke im Sonnenuntergang…Ich hab da ne Ader dafür.

Martin: Ich freue mich auf die vielen Leute, die hoffentlich Bock auf Mucke haben und ordentlich mitgehen werden. 

Zum Schluss eine typische Steckbrief-Frage zum Schlagwort „Bunt“: Was sind eure Lieblingsfarben?

Markus: Das ist schwierig, ich sag mal bunt.

Tina: Wenn ich mich festlegen müsste, dann die rot-pinke Richtung.

Tim: Ich denke an einen angenehmen Zustand und sage blau.

Martin: Türkis.

Nachdem auch dieses Geheimnis gelüftet ist, gehen die Musiker wieder ihrer Lieblingsbeschäftigung nach – Musik machen. Nicht jedoch, ohne noch einen kleinen Ausblick zu gewähren. „Wir bereiten zurzeit auch zwei neue Songs vor, die wir dann schon bei ‚Rock für ein buntes Vogtland’ spielen wollen“, erklärt Markus und verspricht, dass beim Eröffnungsauftritt am 12. Juni auch die Bläser nicht fehlen werden. Einem ebenso fröhlich-bunten Konzert wie beim Bandwettbewerb im Neuberinhaus steht damit eigentlich nichts mehr im Wege.

Die nächste Gelegenheit, Pub’n’Steel live zu erleben, bietet sich bereits am 26. Mai, bei ihrem Auftritt im „4Rooms“ in Leipzig. Weitere Infos, News und Tourdaten auf der Pub'n'Steel-Myspace-Seite.