Rund 2000 Leute feiern bei "Rock für ein buntes Vogtland" vor der Kulisse der Göltzschtalbrücke eine farbenfrohe Party

Von Marcel Hilbert

Göltzschtalbrücke. Es könnte die Geburtsstunde von etwas Großem gewesen sein, einem neuen kulturellen Höhepunkt in der Region: unter dem Namen "Rock für ein buntes Vogtland" trafen sich am Sonnabend rund 2000 Menschen jeglicher Couleur, um gemeinsam ein Zeichen für kulturelle Vielfalt zu setzen. Und natürlich um gute Musik zu genießen.

"Wichtig ist es uns, einmal für etwas zu sein und nicht, wie üblich, gegen etwas", erklärt einer der jungen Veranstalter, Daniel Kertscher, "Deshalb sind wir für ein farbenfrohes Vogtland." Ausnahmsweise sei dabei an diesem Tag "braun" einmal keine Farbe, zumindest wenn es um das entsprechende Gedankengut geht. Das wurde dann auch schon am Einlass deutlich, an dem eine Liste der Nazi-Symbolik auslag, die man nicht auf dem Festgelände sehen wollte.

Was man dort sah, war in der Tat farbenfroh und abwechslungsreich. Leute aller Altersstufen und mit den verschiedensten kulturellen und subkulturellen Hintergründen feierten bis in die Nacht hinein ein Fest mit positiver Botschaft. Neben der Musik, die natürlich Hauptanlass war, wurde bereits am Nachmittag ein interessantes Programm geboten.
Auf dem gesamten Gelände hatten sympathisierende Vereine Stellung bezogen, um mit Aufklärungsarbeit ihren Teil zur Bekämpfung rassistischer und fremdenfeindlicher Ideen zu leisten. Dabei herrschte auch parteiübergreifend Einigkeit. Junge Union, Jusos und die Linksjugend waren vertreten, genauso wie der DGB und Mitglieder der Attac Plauen. Zudem trugen ein Eisschnellaufteam, eine Roma-Tanzgruppe, Musiker vom Jazzwerk und andere zu einem gelungenen Nachmittag bei.

Farbenfroh war am Abend auch die Bandauswahl bei dem Konzert. Den Auftakt machten die Plauener "Abriss West" mit schnellem und kompromisslosen Punk-Rock. Das sich nach und nach füllende Fest-Gelände durfte sich im Anschluss über Besuch aus Hof freuen. Die Band "Groundstaff" überzeugte mit alternativen Rockklängen und beherzten Ansagen. Nach dem rockigen Auftakt kamen Hip Hop-Fans dann mit der Greizer "Tacheles Combo" auf ihre Kosten, die mit reichlich Wortakrobatik überzeugten. Gemeinsam mit dem Publikum wurde dann mit "Nazis-raus"-Sprechchören nochmals ganz klar Farbe bekannt. "PositiVibration" aus Weida sorgten im Anschluss für entspannte Reggae- und tanzbare Ska-Klänge, bevor ein mehrminütiges Feuerwerk vor der atemberaubenden Kulisse der Göltzschtalbrücke die Menge beeindruckte.

"Chapeau Claque" aus Erfurt waren die nächsten und begeisterten mit einem abwechslungsreichen Stilmix die Zuschauer. Den weitesten Weg hatte die Reggae-Band "African Child" zurück zu legen, die extra aus Schweden ins Göltzschtal reisten. Als letzte Band enterten dann die Saarländer "P:Lot" die Bühne und stellten einen würdigen Abschluss des Festivals dar.

Bildergalerie: So war's 2009.

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